GSG – Gewinnspielgedanken zum Jahresausklang

Und dann war da noch die begeisterte Bloggerin, die nach Weihnachten ganz ungezwungen die Ausbeute ihrer Adventskalender auf FB postete:

Bildzitat

Adventskalender 2013(Es handelte sich hierbei um ein öffentliches Posting; das 2. Bild mit den gewonnenen Umschlägen lasse ich an dieser Stelle weg.)

Ja, bei diesem Anblick blieb so manchem die Spucke weg. Nachfragen, ob das alles mit einem Account gewonnen wurde oder ob die Bloggerin eigentlich einer Arbeit nachgehe, blieben leider unbeantwortet, da sie „Neider“ im großen Stil witterte 😉 Aber das geht ja letztendlich auch niemanden etwas an.

Wenn ich jetzt mal ganz ungezwungen hochrechne, dann komme ich auf einen Zeitaufwand von

600 GS x 1 Minute = 600 Minuten = 10 Stunden / Tag = 10 x 24 Tage = 240 Stunden

insgesamt. (Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer arbeitet im Monat 174 Stunden.)

Na holla die Waldfee, da fragt man sich unwillkürlich, ob die Bloggerin bei dieser Art „Vollzeitjob“ noch Zeit für etwas Anderes hatte. Aber, und das möchte ich an dieser Stelle dick unterstreichen, es gilt immer noch: Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Es gibt mit Sicherheit blödere Hobbies 😉 und es seien ihr alle Pakete selbstverständlich herzlichst gegönnt. Gehört ja trotz allem immer noch das „kleine Quentchen Glück“ dazu.

Ich möchte in diesem Zusammenhang trotzdem den unfreundlichen Begriff „Gewinnspielsucht“ in den Raum werfen:

Hierbei handelt es sich um häufiges und wiederholtes Glücksspiel, welches sich der Kontrolle des Betroffenen entzieht und Erscheinungsformen annimmt, die denen von substanzbezogenen Süchten durchaus ähnlich sind. Die Gewinnspiele bestimmen das Denken und Handeln der Betroffenen, sie geben immer mehr Geld für die Teilnahme aus, andere Hobbys werden vernachlässigt und teilweise werden auch Gewinnspiele bestritten, deren Preise für die Betroffenen ohne jeden praktischen Wert sind.

Es ist natürlich reine Spekulation, ob in einem solchen Verhalten bereits ein Suchtcharakter erkennbar ist und ob diese Gewinne alle benötigt werden oder letztendlich auf eBay landen. Das kann ich nicht beurteilen und ich bin auch kein Profi.
Was ich jedoch sehr schade finde, ist die Tatsache, dass gerade in der Vorweihnachtszeit so viel Zeit vor der Kiste verschwendet wird, wenn es weiss Gott Sinnvolleres und Schöneres  zu tun gäbe.

Und warum?
Nur um so viele Gewinne abzugreifen, wie möglich?
Aus Langeweile?
Leben nicht ausgefüllt?
Besessenheit? Am Schreibtischstuhl angewachsen…?

Das ist für mich eindeutig die falsche Richtung und ein bedauerlicher Auswuchs der Gewinnspielerei. Keine Frage: Gewinnspiele machen Spass und das Gewinnen noch viel mehr. Aber alles im Rahmen, bitte – da draussen existiert immer noch eine wirkliche Welt mit lieben Menschen, die auch eine Menge Deiner Zeit verdient haben!

In diesem Sinne: Einen guten Rutsch, viel Glück für 2014 – aber lasst die virtuelle Welt nicht überhand nehmen.

HAPPY NEW YEAR!

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4 Antworten zu GSG – Gewinnspielgedanken zum Jahresausklang

  1. viola schreibt:

    Als ich diesen netten Post sah,dachte ich auch Holla die Waldfee hast du auch noch ein Außenleben.Jedes Jahr tummeln sich mehr Gewinnspiele zur Adventszeit und klar jeder möchte was vom Kuchen abhaben,nur Glück ist nicht bestellbar.Ich kann mir keine Gewinnchance berechnen,aber ich sollte die Zeit ins Verhältnis setzen die ich dafür täglich aufbringe und manches vernachlässige.Man kann mir nicht weis machen,dass da das private nicht drunter leidet bei dem Berg.Ganz ehrlich ich gönn Ihr jeden Gewinn weil die sind hart bezahlt mit Lebenszeit und die gibt ihr keiner zurück oder kann man die auch nicht irgendwann gewinnen?

    Ich mach ja auch gern Gewinnspiele,aber nicht in der Relation

  2. Aleksandrah schreibt:

    Ich hab bei den AK nicht ein einziges Mal Glück gehabt in diesem Jahr…aber was soll’s, ich weiß ja jetzt, wo die Gewinne alle sind 😉

  3. MestraYllana schreibt:

    Wenn es sie glücklich macht, wird ihr die Lebenszeit, die sie dafür „aufgebracht“ (ich nenne es verschwendet, aber jedem sein Ding) hat, wurscht sein. Ich persönlich habe auch das eine oder andere Gewinnspiel mitgemacht, man stolpert ja gezwungenermaßen darüber, bei all den AK’s, aber ich habe sehr schnell die Lust verloren.

    Nimmt man den oben errechneten Zeitaufwand, dann frage zumindest ich mich: wo blieb da die Zeit für Familie? Wer kümmerte sich um den Haushalt, putzen, einkaufen, waschen, kochen, usw.?
    Dass daneben noch ein 40h-Job geschmissen wurde, daran glaube ich sowieso nicht. Nun könnte man sagen: Hat, aus der spricht doch nur der Neid, weil sie nix (oder nicht SO VIEL) gewonnen hat. Aber Neid empfinde ich nicht… jeder soll sich seine Freizeit mit den Tätigkeiten füllen, die er bevorzugt.

  4. Manu schreibt:

    Ich schließe mich mal der Mestra an, b.z.w. ihren Worten.
    Ich könnte das gar nicht, Job + Familie füllen mich komplett aus und wenn ich dazu noch blogge (was ich seit 4 Jahren tue) bräuchte mein Tag 48+ Stunden. Neid kommt bei mir da in keiner Weise auf, nur Verwunderung, was man mit dem Zeigen des Bildes bezwecken will (Gewinnerin)
    Der Neid ist groß – grade auf Facebook, man sollte sich dessen sehr bewusst sein. Will man unbedingt Aufmerksamkeit? Hat es einen Zweck? Ich finde da keine Notwendigkeit warum man all die Pakete usw posten muss.
    Mal schauen was das kommende Jahr wieder für Päckchen bringen wird – gern ohne mich, meine Zeit ist mir doch zu kostbar für so etwas :))

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